Classic’s Lebensgeschichte
Classic´s Geschichte stellt sich entgegengesetzt der Lebensgeschichte von Murphy dar. Dieser Bulle bringt alles mit was man sich vorstellt. Classic wurde als Jungbulle von den Besamungsstationen nicht ernst genommen. Im Nachhinein bedauern die Zuchtunternehmen diesen Zustand. Trotz mehrerer Standortwechsel und vielen Anpaarungen mit verschiedenen Tieren ist er stets von Krankheiten verschont geblieben. Demzufolge bekam er schließlich ein Ticket für die Besamungsstation.
Aber wir müssen natürlich am Anfang beginnen. Als Jungbulle kam Classic mit Arjan Verkuijlen in Kontakt. Arjan hat einen Milchviehbetrieb und als weiteres Standbein zieht er Jungbullen für das Deckgeschäft auf. Diese verkauft er dann als Jährlinge wieder. Aber Classic nicht. „Er war ein prächtiger Bulle, welches man bereits mit diesem Alter sagen konnte, aus einer super Kuhfamilie und von einem Vater mit dem man züchten will.“ Der Betriebsinspektor gab Arjan recht und so wurde dieser Bulle mit einem Jahr und neun Monaten mit 89 Punkten eingestuft.
Classic bekam nun die Chance bei Arjans Kühen und Färsen. Bei genügender Nachzucht sah sich Arjan gezwungen den Bullen zu verkaufen. Dieser ging dann an die Familie van Ranst in Puurs. Sie hatten bereits Bullen aus der Mina-Familie in ihrem Stall verwendet. “Diese Kuhfamilie besteht aus etwa 350 Kühen und steht im Besitz der Brüder Bonny und Hector. Ein eigener Deckbulle kann die Zucht sehr gut voranbringen. Während die ersten Kälber dieses Bullens in Belgien geboren wurden, gab es schon Nachkommen, die in die erste Laktation starteten. Viele Berufskollegen von Arjan hatten dieses zur Kenntnis genommen. Arjan hat von Classic 2000 Spermaportionen einfrieren lassen und verkaufte diese an ungefähr 50 Milchviehhalter in seiner Umgebung. “So bekam er einen ehrlichen Test. Als die ersten Kälber geboren wurden, bekam ich einen Anruf: Hast du noch mehr Sperma?”
Arjan Verkuilen, Hector und Bonny van Ranst mit Classic
Das Ergebnis war verblüffend. Im Stall von Arjan verbesserte er das Exterieur ohne jegliche Ausnahme. Harmonisch aufgebaute Kühe mit besten Eutern und guten Beinen. Auch die anderen Landwirte bewerteten die neuen Färsen und so wurde deutlich, dass die Nackommen gut produzieren und ein sehr gutes, starkes Euter aufweisen. Classic war der komplette Vererber auf den die Milchviehhalter gewartet haben. Wo kann ich mehr Sperma beziehen? Es wurde Zeit um den Bullen eine größere Bedeutung zukommen zu lassen. Die Familie van Ranst hatte den mittlerweile drei Jahre alten Bullen noch im Stall. Wird er als Bullenvater zu einer Besamungsstation gehen um viele Landwirte glücklich zu machen? Es war einen Versuch wert. Classics Gesundheit wurde getestet und der Betriebsinspektor gab dem 1.71 m hohen Bullen 91 Punkte. Seine Töchter stehen ihm in Bezug auf diese Bewertung in nichts nach. Sein Zuchtwert ist weiter gestiegen und so erfreute er sich immer weiter steigender Beliebtheit. Die Kritiker waren mit diesem Bullen nicht so zufrieden, aber die Landwirte wussten es besser: Classic ist zuverlässig getestet worden. Die Landwirte, die Classic benutzen, sind sehr zufrieden. Zwischendurch gab es neue Gerüchte: Classic erzeugt Tiere, die seines gleichen suchen. Bonny machte sich auf den Weg um für Classic die richtigen Vermarkter zu finden und so kam es dazu, dass Classic nun bei der OHG in Osnabrück steht. Dort steht er neben weiteren Spitzenbillen wie Ramos und Lancelot. Bonny suchte ein Zuchtunternehmen als Partner mit großer Schlagkraft, welches viele Landwirte mit Sperma von Classic versorgen kann und natürlich musste dieses Zuchtunternehmen internationale Netzwerke besitzen. Die beste Chance, die Classic bekommen konnte, war die Vermarktung durch CRV.

In Deutschland wird ihm sehr viel Aufmerksamkeit zu Teil. Diese Arbeit machen die Bullenpfleger sehr gut, da er unter anderem sehr gutes Blut mit sich führt. Seine Vitaminration wurde erhöht nachdem er beim Deckgeschäft etwas nachließ. Viele dachte, dass er aufgrund der Natursprünge in früherer Zeit keine Lust auf das Phantom hatte. Aber so war es nicht. Nachdem einige Tierärzte die Lösung suchten kam ein Pferdetierarzt mit der Lösung: Nach einem Begutachten eines Videos erkannte er nach 10 Sekunden, dass Classic Probleme mit dem Rücken zeigte. “Bei Hengsten tritt dieses Problem regelmäßig auf, da sie eine niedrigere Schmerzgrenze haben, kann dieses Problem vermehrt gesehen werden.” Katie Muller wusste sofort einen Lösungsvorschlag: Eine Massage. So kam der Spaß am Springen bei Classic sehr schnell zurück. Nun kann er einen ganzen Fitnessraum sein Eigen nennen. Er läuft regelmäßig auf einem Laufband und ein Solarium ist in seiner Box Standard. “Man kann die Bullen nicht 23 Stunden am Tag in einer Box halten und sie dann für eine Stunde zum Springen rausholen. Dann langweilen sie sich.” weiß Katie die für neue Einblicke und Einsichten im Bullenstall gesorgt hat. “Vor allem so ein intelligenter Bulle wie Classic. Er ist empfindlich und benötigt eine Menge Aufmerksamkeit.” Seit dieser Behandlung springt der 10jährige wie ein Kiebitz und seine Stallgenossen bekommen ebenfalls die Extra-Luxusbehandlung.




